... wird derzeit etwa so heiß gehandelt, wie in den 70er Jahren der Zauberwürfel. Kann sich noch jemand meiner Generation an diesen Hype erinnern?
Meine Mutter fuhr damals durch die ganze Stadt und noch weiter, nur um ein Exemplar zu bekommen. Erfolglos. Wer einen Zauberwürfel hatte, war der King und drehte vor aller Augen auf dem Schulhof, immer mit Seitenblick, ob auch ja alle Würfellosen neidisch guckten.
Etwa so geht es hier zur Zeit mit Streugut, egal welcher Art. Wer welches hat, der streut fröhlich vor sich hin, immer links und rechts guckend, ob auch ja alle salzlosen Nachbarn neidisch zuschauen.
Gestern war ich im Baumark. Bei dem Wort "Streugut" brach die Dame an der Information in schallendes Gelächter aus.
Der Eisenwarenhändler, bei dem ich mit viel Überredungskunst auf der Warteliste für eine Schneeschaufel (unsere hält nur noch durch viel Industrieklebeband zusammen) von Platz 45 auf Platz 15 hochrutschte, erzählte mir hinter vorgehaltener Hand, daß der Raiffeisenmarkt in XY noch einen kleinen Rest Streugut hätte, den aber nur an gute Kunden herausgeben würde. Ich bin kein guter Kunde dort, weil ich sonst eher selten Güter aus dem Raiffeisenmarkt brauche. Vielleicht sind die dort ja bestechlich???
Eine Freudin nimmt einfach Bittersalz, welches sie noch im Keller fand. Ihr Mann wird im Frühjahr fluchen, wenn er merkt, daß kein Dünger für die Tannen mehr da ist, aber das ist zur Zeit sekundär! Der Nachbar links streut die Asche aus seinem Wohnzimmerofen, der rechts streut gar nicht. Und wir? Wir haben noch einen winzig kleinen Rest des Streugranulats, welches wir in homöopathischen Dosen verwenden.
Gleich werde ich mich wieder auf die Jagd machen, ob vielleicht igendwer irgenwo irgendwen kenn, der noch Streugut verkauft...!
P.S.: Die Idee des Lieblingsmannes, mit Eimer und Schaufel bewaffnet hinter einem Streufahrzeug her zu laufen, finde ich eher nicht duchführbar und die Idee unserer Helferin, einfach Tafelsalz zu verwenden, widerstrebt mir auch. Sonst noch Ideen? Der Sandkasten des Spielplatzes hier um die Ecke ist leider schon leer geräubert...!
... fürs neue Jahre machen? Das geht bei mir ja irgendwie immer schief! Daher lasse ich sowas in der Regel einfach bleiben.
Diese Jahr war das anders.
Ich habe mir zwei Dinge vorgenommen:
Ich werde mir endlich die Technik Untertan machen!!!
Es ist ein Fluch. Ich habe ein hypermodernes Mobiltelefon, eine wunderbare Digitalkamera mit allem Schnick und Schnack und eine Navi, daß mich eigentlich zu jedem Restaurant mit dem goldenen M leiten könnte.
Und was ist? Aus Gründen von Zeitmangel und Faulheit kann ich bei all den Geräten nur das machen, was quasi selbsterklärend ist.
Ich kann telefonieren und Nummern speichern. Bei SMS wird es schon schwieriger und ich weiß nicht, wie viele leere SMS ich Frau Allerlei Strickerei schon geschickt habe. Ach ja, und ich kann mein Telefon auf "lautlos" stellen. Das war´s. Terminplaner?? Ähmmm... wie??? mp3-Player... vorhanden... glaube ich?! Spiele hat es - hoffentlich - auch!
Bei der Kamera ist es ähnlich. Bilder machen geht im Automatik-Modus. Und dann wird es schon kritisch! Und was hat das Teil alles für tolle Funktionen, wie mir der schenkende Lieblingsmann damals versicherte. Makro und Supermakro und Weitwinkel und Rundumaufnahmen und und und...!
Zum Navi sage ich jetzt nur so viel: es findet seinen Weg. Aber wie - zur Hacke - verwandele ich die Stimme der Vorstadtprostituierten UschiUschi in den netten Herrn mit dem erotischen Timbre, den das Demo-Gerät damals hatte.
Und das sind nur drei Beispiele aus dem Alltag.
Mein Trockner kennt nur zwei Schalterstellungen: "bügeltrocken" und "schranktrocken". Was superEco, Top40 und Outdoor ist, weiß ich nicht, könnte es aber sicher brauchen, wenn ich wüßte, was es wäre. Bestimmt!
Einen der etwa 1000 in den letzten fünf Jahren aufgenommen Filme ansehen? Dazu müßte ich herausfinden, wie ich die externe Festplatte mit der Dreambox verbinde...!
Kurz, ich werde mich mit alle dieser Technik, die mir ja eigentlich das Leben erleichtern und Spaß bringen soll, beschäftigen.
Das ist mein erster guter Vorsatz für "zwanzigzehn".
Und dann wäre da noch so eine persönliche Sache:
Ich bin ein Mensch, der stets irgendwas mit den Händen frickeln und basteln muß. Kann ich das nicht, bin ich unglücklich.
Wenn ich meine Nähmaschine eine Woche nicht benutzt habe, werde ich hibbelig. Mein Queue bei Ravelry ist voll mit den schönsten Sachen, aber stricken tue ich gerade mal ein Paar Socken. Ich habe Perlen und Perlenbücher, die voller wunderbarer Inspirationen sind, aber fädeln tue ich eigentlich nie etwas.
Und wenn ich abends im Bett liege, ärgert mich das. Denn zwischendurch wäre immer mal eine halbe Stunde, in der man zumindest schonmal etwas hätte zuschneiden können. Oder ein bißchen was fädeln. Oder zumindest schonmal die Maschen für die Mütze anschlagen, die ich seit Wochen stricken will und stricken sollte, solange es noch kalt ist.
Aber irgendwie kann ich mich dann immer doch nicht aufraffen.
So kam es zu Vorsatz Nummer 2:
"Jeden Tag ein bißchen basteln!", wobei "basteln" als Oberbegriff für alles steht, was man mit zwei Händen tun kann. Und wenn´s nur ein bißchen neue Dekoration ist. Was und wie lange, das ist völlig egal. Hauptsache, ich hab ein bißchen was Kreatives gemacht. Sonst liege ich noch weitere Jahre Abend für Abend im Bett und ärgere mich, daß der Kopf voller Ideen ist, ich aber nichts davon umgesetzt habe.
Das sind meine beiden Vorsätze für 2010. Mal sehen, ob und wie ich es schaffe, sie umzusetzen. Ich werde berichten...!